24/10/2017 - Es sind Leser verbunden
Seggiano, Monte Amiata, der Vulkan der Toskana
Seggiano

Seggiano

 

Seggiano

 (Ausblick)

 

Seggiano ist mit 491 Metern Höhe die am tiefsten gelegene der Gemeinden, die sich den Amiatakegeln teilen. Die wunderschönen Weinberge und die prächtigen Olivenhaine sind der Stolz der Einheimischen. Wenn man sich Seggiano nähert erscheint gerade inmitten dieser Olivenbäume (der einheimischen Sorte Olivastra Seggianese) die Wallfahrtskirche Madonna della carità eines der ungewöhnlichsten religiösen Gebäude des Amiata. Es handelt sich um das einzige  Bauwerk im Einzugsgebiet Sienas des Späten 15 Jh. das sich dem mitteleuropäischen architektonischen Geschmack anlehnt. Die Kirche wurde nach einer katastrophalen Hungernot errichtet, war seit 1588 im Bau und wurde vermutlich vor 1603 fertig gestellt. Gegenüber dem neugotischen Rathaus sticht die dem Hl. Bartholomaeus gewidmete Kirche hervor. Sie wurde im Mittelalter erbaut. Die Werke sind von Bartolomeo Bukgarini, Künstler aus Siena, der mittel des 14. Jh. tätig war. Es ist sicherlich reizvoll dieses Gebiet zu durchstreifen. Ein wenig weiter sind die Ruinen des Klosters Colombaia, wo der heilige Bernhard von Siena sein Noviziat verbrachte, sowie auch das nette tal "La valle degli Ulivi" vom Schloss Potentino.

Der Garten Daniel Spoerri bei Seggiano ist sicher einer der ersten attraktiven dieses Ortes.

Die Olivastra Seggianese Die Oliavastra ist eine alte Olivensorte und wird heute eigentlich nicht mehr angebaut. Das Interesse an ihr ging verloren, da sich die Früchte nicht leicht maschinell ernten lassen, die Bäume zu hoch sind und überhaupt die Frucht für einen wirtschaftlichen Anbau zu klein ist.
Die Früchte werden von Hand oder mit Hilfe einer einfachen Erntehilfe "Pinze" vom Zweig gestreift und fallen in ein Netz, das zuvor unter dem Baum ausgelegt wurde.

Diese Umstände und Nachteile sind gleichzeitig die Vorzüge der Olivastra und derenÖl.

  • Die Pflanzen gedeihen am besten in einer Meereshöhe zwischen 400 und 600 Metern, wachsen also in höheren Regionen als die Plantagenoliven der Maremma.
  • Der Ölgehalt der Olive liegt je nach Reifegrad, Wetter und Erntejahr zwischen 20 und 26%. Die Ernte des Letzten Jahres (2001) ergab 25,2% Öl. Der Ölgehalt von Plantagenoliven bewegt sich zwischen 14 und 17% (zwecks leichterer Ernte werden die Oliven größer gezüchtet, damit schwerer und mit höherem Wasseranteil).
  • Wegen der, für den Olivenbaum eher schwierigen Witterungsbedingungen in relativer Höhe, sind die Oliven und damit das Öl aromatisch.
  • Gleichzeitig ist der ungedüngte Baum gegen Frost noch besser geschützt als der ungedüngte.

Dieses Olivenöl gibt es mehrmals im Jahr auf dem Wochenmarkt in Köln-Sülz zu kaufen und stammt aus der eigenen Ernte von Carl Wenning, der in der Toskana lebt und dort seinen eigenen Olivenhain mit 220 Bäumen betreibt.

Die Pflanzen werden weder gespritzt noch gedüngt und die Früchte in einer traditionellen Ölmühle als erste kalte (extra vergine) Pressung verarbeitet. Das Öl ist nicht gefiltert, also naturtrüb einfach zentrifugiert Vom Geschmack her besitzt es eine Schärfe, die sich jedoch im Sommer verliert (bei kühler dunkler Lagerung kann sie aber länger erhalten werden

www.bungarten.de/oliven/oliavastra.htm

Bis zum 16. Dezember hält die Veranstaltung «Frantoi aperti», Veranstaltung rund um das Olivenöl aus der Umgebung des Berges Amiata, an. Die beiden Hauptdarsteller der Veranstaltung werden sein: das Öl aus Seggiano, für das die Provinz von Grosseto das Dop Zertifikat beantrag hat; und das Öl in drei lokalen Varietäten: «Frantoi», «Moraiolo» und «Leccino».